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Hamburg (ots) - In der neuen Ausgabe der Wochenzeitung DIE ZEIT schreibt
Helmut Schmidt: "Nun haben Fischer, Chirac, Blair, Schröder und
zuletzt Jospin ihre grossen europäischen Konzepte und Reden
vorgetragen. Aber ihre alltägliche Praxis ist kümmerlich."
Schmidt bemängelt, dass die Regierungschefs dringend gebotene
Entscheidungen vor sich her schieben. So hätten sie es versäumt, die
Institutionen der EU rechtzeitig auf die Osterweiterung vorzubereiten.
"Die Akzeptanz und Unterstützung der europäischen Integration in
der öffentlichen Meinung aller Nationalstaaten wird deutlich
abnehmen", warnt Schmidt. Die führenden Staatsmänner sprächen
gerne von der "Finalität" Europas. "Es wäre zu
wünschen, dass sie statt dessen die Aufgaben und die Lösungen
behandelten, über die sie im Jahre 2004, dem Jahr der nächsten
Regierungskonferenz, entscheiden müssten."
Der ehemalige Bundeskanzler warnt auch vor einer europäischen
Verfassung. Schmidt schreibt: "Die EU ist nicht reif für eine
Verfassung, die heute auch nicht nötig ist; möglicherweise wird die EU
auch in einigen Jahrzehnten keine Verfassung benötigen." Angesichts des
schwächelnden Euro sieht Schmidt aber keinen Grund zur Beunruhigung:
"Es wird sich zeigen, dass die Kaufkraft des Euro nicht weniger stabil
ist, als es in den vergangenen Jahren die Kaufkraft von Franc, Gulden
oder DM gewesen sind." Schmidt mahnt die Europäer zu grösserer
Gemeinsamkeit: "Es wäre bereits ein zwar sehr kleiner, aber überaus
bedeutsamer Schritt, wenn nur die Finanzminister in Paris und Berlin
ihre Voten in den Gremien der globalen Institutionen immer gemeinsam
abgeben und gemeinsam begründen würden!"
Quelle: DIE ZEIT Nr. 24/2001
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